Schlagwort-Archive: Rezension

Not my cup of tea: Maggie Gees „The Flood“

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Not my cup of tea: Maggie Gees „The Flood“

Ich habe dem Impuls widerstanden, dieses Buch, das mich so gar nicht anzusprechen vermochte, wieder ins Regal zu stellen. Stattdessen habe ich für „Litdocs“ eine Rezension verfasst.

Einerseits ist das Leben vielleicht ein bisschen kurz für misslungene Bücher, aber wenn es nur noch positive Literaturkritik gibt, dann geraten wir irgendwann auch in eine Schieflage. Also habe ich mich bemüht, meine Kritikpunkte sachlich in Wort zu fassen und zu erklären, warum ich The Flood nicht für Maggie Gees größten Wurf halte.

Zur Rezension geht es hier entlang: www.litdocs.de

Um Längen gelungener fand ich Maggie Gees Roman The White Family, über den ich an dieser Stelle schon mal etwas veröffentlicht habe (link zu meinem Blogeintrag). Diesen differenzierten und schonungslosen – den Figuren gegenüber stets einfühlsamen – Roman über verschiedene Formen von Rassismus im Umfeld einer Familie am unteren Ende der britischen Mittelklasse kann ich nur empfehlen.

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Der ganz normale Literaturpreiswahnsinn: Edward St. Aubyns „Lost for Words“

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Der ganz normale Literaturpreiswahnsinn: Edward St. Aubyns „Lost for Words“

Heute hat meine erste „Instareview“ (Kurzrezension auf Instagram und Litdocs.de) das Licht der Welt erblickt. Dafür habe ich Edwar St. Aubyn’s Roman Lost for Words ausgewählt, der einen schonungslosen und auf verquere Weise lustigen Blick hinter die Kulissen und Fassaden des britischen Literatur(preis)betriebs bietet. Da dürfen merkwürdige Autorinnen und Autoren, absurde Bewertungsprozesse, dramatische Verwechslungen, sexuelle Verstrickungen, hindernisbehafteter Insiderhandel und multiple Manipulationsversuche nicht fehlen…

Ob der Roman auch diejenigen begeistern kann, die den britischen Literaturbetrieb nicht im Detail kennen, ist schwer zu sagen. Sicher wird sich mehr als eine Parallele zu anderen Buchpreisen – auch in Deutschland – ziehen lassen. Aber viele Dinge bleiben eben doch spezifisch britisch und daher wundert es mich nicht, dass der Roman hierzulande nicht so viel Aufmerksamkeit erhalten hat, während er in Großbritannien den Feuilleton gespalten hat, wo die Bewertungen von ‚brilliant‘ bis hin zu ‚vergrämter Racheakt‘ reichten.

Neugierig geworden? Hier gibt es die Kurzrezension zu lesen: link zu Litdocs

Wunderbare Entdeckung: die schreib:maschine in der Neuköllner Oper

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Science Slam und Surf Poeten kannte ich schon, aber gestern war mein erstes Mal bei der schreib:maschine in der Neuköllner Oper. Hier stellen angehende und etablierte TexterInnen und KomponistInnen ihre neuesten deutschen Musicalexperimente vor – in durchaus unterschiedlichen Stadien auf dem Weg auf die große Bühne. So kann man wunderbar Entwicklungen beobachten und auch die besonderen Stücke entdecken, die es trotz guter Geschichten und Melodien vielleicht nicht an die ganz großen Häuser schaffen. Und eventuell finde nur ich das bemerkenswert, aber es finde es echt entspannend, nicht immer im Hinterkopf zu überlegen, wie das wohl im Original hieß, wenn mal wieder eine Übersetzung schief rüberkommt (und ja, das ist bei mir vielleicht ein bisschen zwanghaft). Vier neue Produktionen durfte ich am Montag kennenlernen – und jede hatte ihren eigenen Charme.

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„The White Family“ und konservative Tendenzen im UK Buchmarkt

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„The White Family“ und konservative Tendenzen im UK Buchmarkt

Maggie Gees Roman „The White Family“ (Saqi Books, 2002) wäre beinahe nie veröffentlicht worden. Im Gegensatz zu anderen
Gegenwartsromanen, die das multikulturelle Großbritannien weit weniger kritisch sehen, konfrontiert Maggie Gee ihre Leserinnen und Leser im Roman mit verschiedenen Formen von Rassissmus. In meinem Artikel bringe zeige ich am Beispiel von „The White Family“ wie Konzentrationsprozesse im britischen Verlagswesen literarische Trends beeinflussen und welchem Druck zur Anpassung Autorinnen und Autoren ausgesetzt sind.

Link zum (englischsprachigen) Artikel: A Conservative Backlash in UK Publishing? The Case of Maggie Gee’s „The White Family“ (Hard Times 89, 2011)

Rose Tremain: „The Road Home“ – Wohlfühlgeschichte für die britische Mittelklasse

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Rose Tremain: „The Road Home“ – Wohlfühlgeschichte für die britische Mittelklasse

Rose Tremains Roman „The Road Home“ wurde damals mit dem Orange Prize for Fiction ausgezeichnet. Ich habe mich gefragt, warum?! Aber die – aus britischer Sicht – Wohlfühlgeschichte über einen polnischen Migranten, der es in England zu Geld bringt, weil harte Arbeit natürlich belohnt wird und der am Ende sogar wieder in sein Herkunftsland zurückgeht, passt dann doch ganz gut zu den öffentlichen DIskussionen im Rahmen der EU-Osterweiterung sowie dem Selbstbild vieler Briten, die fairness für eine urbritische Tugend halten. Gleichzeitig spricht der Roman eine Angst an, die zur Publikationszeit in GB umging: Jobverlust durch die Einwanderung von polnischen Arbeitern. Tremains Leser verfolgen beruhigt mit, wie Lev am Ende zurück nach Polen zieht.

Die Geschichte im Schnelldurchgang: Armer osteuropäischer Immigrant (aufgrund der Kontextinformationen sehr deutlich Polen – nur nicht für die NY Times, die denkt, der Protagonist sei aus Russland…) kommt nach Großbritannien um seine Familie zu ernähren. Da er hart arbeitet, gelingt ihm das natürlich. Aber er bringt nicht nur Geld mit nach Hause – nein! Er importiert auch gleich die Marktwirtschaft und den Kapitalismus in das arme gebeutelte, exkommunistische Land und am Ende haben wir ein Happy End, dass in seiner Naivität und einfachen Gestricktheit nicht so recht überzeugen mag.

Hier geht es zur Rezension (auf Englisch): „The Road Home“ Review (Hard Times 84, 2008)