Schlagwort-Archive: Buchmarkt

„Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.“

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Ich finde dieses chinesische Sprichwort passt auch zu unserem literarischen Feld. Am Samstag – beim Nachwuchstreffen des Börsenvereins – forderte Elisabeth Ruge in ihrer Keynote mehr „Mut zur Veränderung!“ und stellt gleich klar, dass es ihr dabei nicht um eine blauäugige Übernahme alles Neuen gehe, sondern um einen Kulturwandel hin zu mehr Offenheit, Freiheit und Zusammenarbeit.

Frau Ruge sagte ganz deutlich, dass sich die Branche zwar verändere, aber noch nicht offen genug für tiefgreifende Veränderungen sei. Anstatt das Potential der Digitalisierung zu sehen, dass sich beispielsweise in der schier unglaublichen Verbesserung des Zugangs zu Literatur und anderen Künsten (nicht nur, aber auch) für Menschen mit Sehbeeinträchtigung ergebe, verwehrten sich viele Akteurinnen und Akteure lange dem technischen Fortschritt. Sicher gebe es auch negative Seiten einiger Entwicklungen im Zusammenhang mit der Digitalisierung, aber eine stärkere Zusammenarbeit der ganzen Branche könne am Ende den Unterschied im Kampf um die Zukunft des Buchmarkts und Verlagswesens bedeutet. Wenn jede und jeder für sich alleine kämpfe, sei die Branche nur schwerlich zukunftsfähig. Lies den Rest dieses Beitrags

25 Jahre Bücherfrauen – viel erreicht und noch viel zu tun!

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Seit einem Vierteljahrhundert netzwerken die BücherFrauen bereits in Deutschland und engagieren sich politisch für die Interessen von Frauen im Buchmarkt. So viel wurde schon erreicht. Noch so viel ist zu tun. Am Mittwoch, den 9.9.2015 versammelten sich viele BücherFrauen im LCB am Wannsee um einen Blick auf das bisher Erreichte und aktuelle Herausforderungen zu werfen – und natürlich um zu feiern! Der Abend startete mit einem wunderschönen Sonnenuntergang bei einem Glas Sekt und entließ mich höchst inspiriert und voller neuer Ideen in die Nacht. Lies den Rest dieses Beitrags

Von unerwünschten Frauenfiguren im Literaturbetrieb: Die emanzipierte Muslimin. Ein Erfahrungsbericht von Safeta Obhodjas

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Leider nicht nur ein Problem im deutschen Literaturbetrieb, sondern beispielsweise auch in Großbritannien, insbesondere wenn es um Migrant*innen aus den ehemaligen Kolonien geht. „Armes, unterdrücktes Mädchen wird nach England zwangsverheiratet und emanzipiert sich durch Assimilierung an den ‚British way of life'“ oder „Ehrenmorde in muslimischer Parallelgesellschaft in Nordengland“ funktionieren immer noch besser als differenzierte Geschichten und Figuren jenseits der yellow press Schlagzeilen.
Klar gibt es auch Ausnahmen, aber die muss man erst mal finden. Also vielen Dank an Safeta Obhodjas für ihren Beitrag, ihr Buch und ihre Hartnäckigkeit. Vielen Dank auch an die Verlage, die den ungewöhnlichen, die schwierigen, die Geschichten jenseits des Rampenlichts eine Chance geben.

CulturBooks

Die bosnische Exilautorin Safeta Obhodjas stößt im deutschen Kulturbetrieb auf Vorurteile und Unverständnis. Sie soll die Geschichten über das, was sie erlebt hat, den Marktgepflogenheiten anpassen. Vor allem unerwünscht sind ihre selbstbestimmten muslimischen Frauenfiguren. 

Bei CulturBooks ist der Roman „Die Bauchtänzerin“ von Safeta Obhodjas erschienen, die Geschichte der jungen, talentierten Schneiderin und Designerin Vildana. Sie ist eine Muslimin unter vielen in Bosnien und lebt eine europäische Variante des Islam. Wie emanzipiert und frei sie ist, merkt sie, als sie Bekanntschaft mit einer geflohenen Palästinenserin macht. Ausgerechnet von dieser Frau lernt sie den Bauchtanz, den sie von nun an selbstbewusst und stolz mit ihrer kleinen Tanzgruppe aufführt. Bis sich die politische Situation im Land verändert und Vildanas Familie an Ansehen drastisch verliert. Die neuen Mächtigen setzen die Muslime im Land mehr und mehr unter Druck. Am Ende stehen Massenmorde und Vertreibungen.

Erzählt wird Vildanas Geschichte abwechselnd aus ihrer Perspektive und der…

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„Vom Wert des Wortes“

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Was ist uns das geschrieben Wort wert und was die Arbeit der vielen Akteur*innen dahinter? Diese grundsätzliche Frage treibt nicht nur Journalist*innen im Online-Segment um. Am Mittwoch drehte sich der Abend bei den BücherFrauen – dieses Mal im Grünen Salon – um dieses Thema. Lies den Rest dieses Beitrags