Schlagwort-Archive: Britischer Roman

„The White Family“ und konservative Tendenzen im UK Buchmarkt

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„The White Family“ und konservative Tendenzen im UK Buchmarkt

Maggie Gees Roman „The White Family“ (Saqi Books, 2002) wäre beinahe nie veröffentlicht worden. Im Gegensatz zu anderen
Gegenwartsromanen, die das multikulturelle Großbritannien weit weniger kritisch sehen, konfrontiert Maggie Gee ihre Leserinnen und Leser im Roman mit verschiedenen Formen von Rassissmus. In meinem Artikel bringe zeige ich am Beispiel von „The White Family“ wie Konzentrationsprozesse im britischen Verlagswesen literarische Trends beeinflussen und welchem Druck zur Anpassung Autorinnen und Autoren ausgesetzt sind.

Link zum (englischsprachigen) Artikel: A Conservative Backlash in UK Publishing? The Case of Maggie Gee’s „The White Family“ (Hard Times 89, 2011)

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Rose Tremain: „The Road Home“ – Wohlfühlgeschichte für die britische Mittelklasse

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Rose Tremain: „The Road Home“ – Wohlfühlgeschichte für die britische Mittelklasse

Rose Tremains Roman „The Road Home“ wurde damals mit dem Orange Prize for Fiction ausgezeichnet. Ich habe mich gefragt, warum?! Aber die – aus britischer Sicht – Wohlfühlgeschichte über einen polnischen Migranten, der es in England zu Geld bringt, weil harte Arbeit natürlich belohnt wird und der am Ende sogar wieder in sein Herkunftsland zurückgeht, passt dann doch ganz gut zu den öffentlichen DIskussionen im Rahmen der EU-Osterweiterung sowie dem Selbstbild vieler Briten, die fairness für eine urbritische Tugend halten. Gleichzeitig spricht der Roman eine Angst an, die zur Publikationszeit in GB umging: Jobverlust durch die Einwanderung von polnischen Arbeitern. Tremains Leser verfolgen beruhigt mit, wie Lev am Ende zurück nach Polen zieht.

Die Geschichte im Schnelldurchgang: Armer osteuropäischer Immigrant (aufgrund der Kontextinformationen sehr deutlich Polen – nur nicht für die NY Times, die denkt, der Protagonist sei aus Russland…) kommt nach Großbritannien um seine Familie zu ernähren. Da er hart arbeitet, gelingt ihm das natürlich. Aber er bringt nicht nur Geld mit nach Hause – nein! Er importiert auch gleich die Marktwirtschaft und den Kapitalismus in das arme gebeutelte, exkommunistische Land und am Ende haben wir ein Happy End, dass in seiner Naivität und einfachen Gestricktheit nicht so recht überzeugen mag.

Hier geht es zur Rezension (auf Englisch): „The Road Home“ Review (Hard Times 84, 2008)