Archiv der Kategorie: Berlin

Sehr lebendige „Dead Ladies“ in Berlin

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Sehr lebendige „Dead Ladies“ in Berlin

Es ist nun wahrlich keine neue Entdeckung, dass Frauen und ihre Leistungen im Schulkanon, in Uni-Kursen und nicht zuletzt in den Mainstream-Medien unterrepräsentiert sind. Von doppelten Diskriminierungen ganz zu schweigen, wie beispielsweise im Fall von Women of Colour. Glücklicherweise scheint sich nun langsam aber sicher das Bewusstsein einiger Menschen zu verändern: Geschichtsschreibung wird hinterfragt, weniger bekannte (aber belegbare) Geschichten zu Tage gefördert und neu bewertet, wer welche Rolle gespielt und welchen Beitrag geleistet hat. In diesen Kontext passen sicher auch Filme wie „Hidden Figures“ – auf Deutsch mit dem Untertitel „Unerkannte Heldinnen“ – , der international sehr positiv aufgenommen wurde . Ich will hier aber nicht argumentieren, dass das Sichtbarmachen und Kanonisieren unternommen werden sollte, weil es dafür einen Markt gibt. Und man muss auch keine große Filmproduktionsfirma sein, um an der Unterrepräsentation was zu ändern. Drei bewundernswerte Menschen aus Berlin haben sich dazu entschieden, die Veränderungen mitzugestalten und die „Dead Ladies Show“ ins Leben gerufen: Die Übersetzerin Katy Derbyshire, der Herausgeber einer Literaturzeitschrift Florian Duijsens und die Journalistin Susan Stone. Lies den Rest dieses Beitrags

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Besser spät als nie: Ausstellung „Stadt der Frauen“

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Besser spät als nie: Ausstellung „Stadt der Frauen“

Jetzt habe ich es tatsächlich fast geschafft, das Schreiben dieses Beitrags so lange vor mir herzuschieben, dass die Ausstellung schon wieder rum ist… Zu meiner Verteidigung: ich habe sie damals einen Tag vor unserem Umzug angeschaut – und die Zeit danach bestand vor allem aus Baustellenmanagement und dem verzweifelten Versuch, nicht die Nerven zu verlieren.

Aber zurück zur Ausstellung: „Berlin – Stadt der Frauen“ heißt sie und sie ist noch bis zum 28.8. im Ephraim-Palais im Nikolaiviertel zu sehen.

Die Ausstellung ist eng mit dem 150-jährigen Jubiläum des Lette-Vereins verbunden. Den kannte ich noch nicht, muss ich gestehen. Mit vollem Namen heißt er Verein zur Förderung der Erwerbsfähigkeit des weiblichen Geschlechts und er wurde 1866 von Wilhelm Adolf Lette in Berlin gegründet, nachdem seine Tochter Anna Schepeler-Lette nach dem Tod ihres Mannes und ihrer Söhne vor der Aufgabe stand, ihren Lebensunterhalt nun selbst aufbringen zu müssen, es aber keine oder kaum Verdienstmöglichkeiten für Frauen gab. Der Lette-Verein sollte also nun Frauen eine Berufstätigkeit ermöglichen – u.a. durch Erschaffung neuer Berufe und Ausbildungen – und er besteht bis heute. Anna Schepeler-Lette wurde seine erste Leiterin.

Die in der Ausstellung vorgestellten Frauen waren allesamt Mitglieder des Lette-Vereins (das hat mich überrascht – ich hatte mir unter dem Titel etwas anderes vorgestellt, eine breitere Auswahl). Unter ihnen waren beispielsweise Autorinnen, Künstlerinnen, Geschäftsfrauen, Naturwissenschaftlerinnen, eine Fliegerin und eine Architektin. Auch „Bücher-Frauen“ und aktive Netzwerkerinnen sind mit von der Partie. Über einige der Frauen kann man auf der Seite des Museums nachlesen (wenn auch unter einer sehr seltsam anmutenden Kategorisierung): www.stadtmuseum.de/ausstellungen/berlin-stadt-der-frauen

Einige der Portraitierten kannte ich noch nicht, insofern waren für mich auch ein paar schöne Entdeckungen dabei. Allerdings stießen mir auch einige Dinge sauer auf. „20 Biografien erzählen Geschichte“, verspricht die Broschüre. Fragt sich nur wessen Geschichte. Lies den Rest dieses Beitrags

Neue Experimente

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Neue Experimente

Long time, no see… Meine Experimente haben sich ein wenig von diesem Blog wegentwickelt. Wohin? Da wäre einerseits mein Anfang des Jahres gestartetes Gründungsprojekt – seit April kann man mich buchen für Unterstützung in Sachen PR und Fördermittelanträgen, aber auch für Seminare (Projektmanagement, InDesign und Literaturwissenschaft), Übersetzungen, Layoutprojekte und Webdesign  (www.sandravanlente.de).

Und dann ist da natürlich noch das „Literary Field Kaleidoscope“, ein englischsprachiges Portal (www.literaryfield.org), auf dem eine Kollegin und ich über Entwicklungen auf den britischen, deutschen und französischen Buchmärkten und Literatursphären bloggen.

Und nicht zu vergessen: die Berliner BücherFrauen richten in diesem Jahr im November die BücherFrauen Jahrestagung aus – und da ich seit Ende Januar eine der beiden Regionalsprecherinnen bin, hält mich das auch ganz schön auf Trab.

All das bereitet mir große Freude, führt aber auch zu weniger Posts auf „Experilente“ und mehr Aktivität auf http://www.literaryfield.org auf Twitter @svanlente und bei den http://www.buecherfrauen.de

Also dann: merci, au revoir, et à la prochaîne!

 

Mein Internationaler Frauentag 2016

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Vor zwei Jahren bin ich am 8. März von einem rechtsabbiegenden Auto zu einer unfreiwilligen Rolle über die Motorhaube ‚eingeladen‘ worden, heute hat mir ein SPD-Kandidat in Mitte an einer roten Ampel eine rote Rose gereicht. Der Morgen hat definitiv besser angefangen als in der Vergangenheit.

Trotzdem macht mich der Frauentag immer ein bisschen nachdenklich und hinterlässt bei mir nicht nur positive Gefühle. Dass es noch viel zu tun gibt in Punkto Gleichberechtigung und Chancengerechtigkeit ist sicher den meisten klar, aber es schadet auch nicht, immer mal wieder daran zu erinnern. Und wie ich es gerade bei Edition F auf Twitter gelesen habe: „Rosen nehmen wir gerne, Wertschätzung aber noch lieber.“ Für mich ist der Internationale Frauentag vor allem eine Einladung, über gesellschaftliche Machtstrukturen und -mechanismen nachzudenken, Aktionsfelder auszumachen, die eigene feministische Position kritisch zu hinterfragen – aber auch die vielen großartigen Frauen in meinem Leben zu feiern. Ich mach das einfach so.

Umso erfreulicher, dass ich den Tag heute mit vielen Freundinnen und anderen interessanten Frauen verbringen durfte. Zur Feier des Tages war ich auch gleich bei zwei Veranstaltungen: einmal an Humboldt Uni und am Abend in der Gründerinnenzentrale. Lies den Rest dieses Beitrags

Zeit zum Feiern und Pläneschmieden

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Zeit zum Feiern und Pläneschmieden

„Time does not pass faster than before, but we pass her by with more haste.“
George Orwell

Guilty as charged… Der Dezember ist aber auch immer wieder eine ganz besondere Herausforderung. Gestärkt durch einen traumhaften Urlaub in wärmeren und sonnigeren Gefilden als dem novemberlichen Berlin stürzte ich mich in einen turbulenten und arbeitsreichen Dezember. Der Endspurt für die Programmlaufzeit ‚meines‘ Förderprogramms stand auf dem Programm, aber auch eine Reihe ehrenamtlicher und freiberuflicher Projekte.

Besonders gefreut habe ich mich über den Launch eines neuen Blogs, den meine Freundin und Kollegin Sabine Blackmore und ich ins Leben gerufen haben: Litdocs (link). Am ersten Advent hat er das Licht der Welt erblickt und so gibt es nun jeden Donnerstag ausführliche Rezensionen oder Insta-Reviews (Kurzrezensionen auf Instagram), die das Beste aus Wissenschaft und Feuilleton miteinander vereinen. Wir wollen uns vor allem auf britische Romane stürzen, die noch nicht auf Deutsch veröffentlicht wurden, aber da wir uns für so viele Bücher und Kulturen interessieren, verweigern wir uns irgendwelchen Sprach- oder Genre-Einschränkungen. Die ersten Reaktionen waren erfreulicherweise sehr positiv und unser Publikum ist seit dem ersten Advent weiter gewachsen! Mehr über uns und unsere Texte gibt’s auf Litdocs.de und auf Facebook und Twitter. Lies den Rest dieses Beitrags

Die Berlinerin…

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Gestern in Neukölln entdeckt: die Ausstellung „Die Berlinerin“ von Ashkan Sahihi.

Die Idee dahinter: „die Dynamik Berlins zu erfassen in einer Zeit, in der diese Stadt an der Schwelle eines demografischen Umbruchs steht.“ Dafür hat Künstler Ashkan Sahihi 375 Frauen aus verschiedenen Kiezen, Klasssen und Lebenslagen porträtiert, denn seiner Meinung nach haben Frauen einen immer größeren Einfluss auf gesellschaftliche Entwicklungen. Die entstande bunte Mischung kann man noch bis zum 10. Januar in der Galerie im Körnerpark in Neukölln anschauen.

Dass es sie nicht gibt, die Berlinerin, ist ja klar, wird aber auch hier nochmal deutlich. Auch die Kategorisierungen, die Sahihi selbst gewählt hat, wie etwa „Frau mit alternativem Lebensentwurf“, „Unternehmerin“ oder „Tochter aus einer Arbeiterfamilie“, entpuppen sich als nur begrenzt aussagekräftig. Die meisten Frauen passen mühelos in mehrere Kategorien und einige Kategorien könnte man noch hinzufügen – allerdings waren gestern auch nur etwa ein Drittel der Portaits zu sehen, da die Ausstellung in drei Etappen jeweils einen Teil der Werke zeigt.

Das für mich Faszinierendste war ohnehin ein anderer Punkt, nämlich dass es sich bei allen Portraits um Selbstinszenierungen handelt! Lies den Rest dieses Beitrags

Universitätssammlung mal anders

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Dieses Mal habe ich es ins Tieranatomische Theater der HU geschafft, bevor die Ausstellung vorbei war! In „On the Edge – Artists in Dialogue with Humboldt University Collections” stellen sieben Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland und Großbritannien ihr Zugänge zu Objekten aus Sammlungen der HU aus. Dabei nähern sich Annie Cattrell, Simon Faithfull, Agnes Meyer-Brandis, Lucy Powell, Andrea Roe, Nicole Schuck und Wolf von Kries auf ganz unterschiedliche Weise Objekten wie Tiefseemonstern, Blattskeletten und Bandwürmern.

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