Mutige Kinderbücher

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Mutige Kinderbücher

Die ‚Schneekönigin‘ scheint Kinder auf der ganzen Welt fest in ihrem Griff zu haben (ich meine die Disney-Version und mich haben sogar Berichte über Sichtungen in der Mongolei erreicht). Wenn man sich die Seiten von Pink Stinks, einer „Protestorganisation, die gegen Produkte, Werbe- und Medieninhalte agiert, die Kindern eine limitierende Geschlechterrolle zuweisen“ (link), anschaut, hätte es definitiv schlimmer kommen können. Nichtsdestotrotz ist es doch irgendwie krass, wie sich so ein globaler Mainstream entwickelt. Dabei gibt es so viele herrliche, differenzierte, mutige Kinderbücher, die groß und klein gleichermaßen begeistern können – aber allzu oft in der Wahrnehmung untergehen. Um diesen leiseren Büchern und Charakteren mehr Öffentlichkeit zu verschaffen, haben die Berliner BücherFrauen im Oktober eine Veranstaltung zum Thema „mutige Kinderbücher“ auf die Beine gestellt. Ich wollte eigentlich schon gleich damals darüber schreiben, aber ich habe es damals zwischen Ehrenamt und frischer Selbständigkeit einfach nicht geschafft, den Artikel fertig zu schreiben. Aber das Thema hat mir immer wieder im Kopf herumgespukt und so nehme ich einfach den heutigen Welttag des Buches zum Anlass, die „mutigen Kinderbücher“ und die Veranstaltung nochmal hervorzuholen.

Bei der Oktoberveranstaltung der Berliner BücherFrauen drehte sich also alles um „mutige Kinderbücher“! Moderatorin Meiken Endruweit (Übersetzerin und Lektorin, Textetage) diskutierte mit ihren Gästen Mariela Nagle von der internationalen Kinderbuchhandlung mundo azul (Choriner Str. 18 im Prenzlauer Berg) und Julia Reuter, Lektorin und Projektmanagerin bei Carlsen, über mutige Inhalte, mutige Formen und Illustrationen und Mut beim Vertrieb.

Meiken Endruweit, Julia Reuter und Mariela Nagle

Meiken Endruweit, Julia Reuter und Mariela Nagle

Mariela Nagles Buchhandlung sei ein Labor, sagt sie gleich zu Anfang. Sie möchte ein anderes Bild von Kinderliteratur vermitteln – auch den Eltern und Multiplikator_innen – eines, das sich jenseits von Klischees und erhobenem Zeigefinger bewegt. Durch Kooperationen in Berlin und auch außerhalb im In- und Ausland, durch die Betreuung von Schulbibliotheken und Engagement bei der Fortbildung für Lehrer hofft sie das zu erreichen. Julia Reuter hat einige ihrer Herzensbücher mitgebracht und beide Referentinnen waren sich einig: wir alle sollten Kindern mehr zutrauen.

Da es schon ganz viele mutige Kinder- und Jugendbücher gibt, es um ihre Sichtbarkeit aber noch nicht so gut bestellt ist, habe ich in diesen Text ganz viele der Bücher eingebaut, über die wir im Laufe des Abends gesprochen haben.

Mutige Themen in einem Konservativen Feld

Beide Gäste beklagten, dass auch 2017 immer noch eine konservative Haltung vorherrsche: Bücher seien ein Mittel zur Erziehung und sollten pädagogisch wertvoll sein – und Kinder müssten vor allzu gruseligen Themen geschützt werden. Wer entscheidet aber darüber? Die Verlage werden dabei eine wichtige Rolle spielen. Und auch bei Kinderbüchern haben die Einschätzungen der Marketingabteilungen ein großes Gewicht. Somit werden Themen wie Armut und Tiere töten plötzlich zu „mutigen Themen“, weil sie vermeintlich ein Risiko darstellen.

Die mitgebrachten Beispiele von Mariela Nagle und Julia Reuter zeigten, dass es immerhin auch mutige Verlage gibt. Allerdings sei die schwierige und langwierige Entstehungsgeschichte des Buches Schnipselgestrüpp von Christian Duda und Julia Friese (Beltz & Gelberg) ein Beispiel dafür, dass es weniger kompliziert sei, ein Kinderbuch über Armut in Afrika zu machen als über Armut in Deutschland. Das Thema Tiere töten sei ebenfalls für viele ein heißes Eisen, dabei das Buch Sein erster Fisch von Autor Hermann Schulz und Illustratorin Wiebke Oeser (Peter Hammer Verlag, Neuauflage von Beltz) ein gutes Beispiel dafür, wie man das Töten von Tieren um sie zu essen thematisieren kann, ohne dogmatisch zu werden. Am Ende darf das Kind selbst entscheiden, wie die Geschichte ausgeht.

Christina Röckl (Text und Illustration) wagte sich mit Und dann platzt der Kopf an die Herausforderung, die Seele in einem Kinderbuch darzustellen – und gewann damit den deutschen Jugendliteraturpreis 2015. Mariela Nagle ärgerte sich allerdings über die Rezeption des Buches, denn viele sähen es als Kunst- oder Sammlerbuch, nicht als Buch für Kinder. Das sei eine vertane Chance und zeige wie begrenzt das Verständnis von Kinderbüchern oft sei.

Elternaugen, Kinderaugen und die liebe Doppelmoral

Vertane Chancen gibt es auch beim Thema Gewaltdarstellung. Kinder hätten da durchaus ein anderes Empfinden als viele Erwachsene bestätigten Gäste wie auch Stimmen aus dem Publikum.

Ein besonderes Beispiel in diesem Kontext ist Alle seine Entlein von Christian Duda und Julia Friese (Beltz). Da reißt der Fuchs nun mal das Federvieh, aber eben nicht nur – es geht vor allem um die Beziehung zwischen zwei typischerweise als Feinden charakterisierten Figuren. Das Text- und Illustrationsteam aus Deutschland hat sehr lange einen Verlag gesucht (etwa 5 Jahre lang, berichtete Mariela Nagle), den dann aber schließlich gefunden! Das Buch wurde für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2008 nominiert.

Eine Illustratorin aus dem Publikum erzählte von ihren Erfahrungen mit einer Rotkäppchen-Illustration, die angelehnt wurde, weil sie angeblich zu brutal gewesen sei. Sie hatte es gewagt, den Wolf vor den Augen der Kinder zu töten…

Mariela Nagle ärgerte sich über die Doppelmoral, wie beispielsweise beim Thema Gewalt und Sex. Beides ist im öffentlichen Raum – und somit auch vor den Augen der Kinder in der Werbung allgegenwärtig, dennoch bekommt sie wenn es um Bücher geht zu hören: „aber nein, das Buch ist nichts für Kinder“. So geschehen beim Buch Der Pirat und der Apotheker von Robert Louis Stevenson (Übersetzung und Illustration von Henning Wagenbreth, Peter Hammer Verlag), in dem auch schon mal Piraten geköpft werden. Die Kinder können aber sehr wohl damit umgehen.

Ein weiteres Beispiel dafür, wie unterschiedlich die Wahrnehmung von Kindern und Erwachsenen bei einem Buch sein kann (das bestätigt auch Mariela Nagle aus ihrem Arbeitsalltag), kam von unserer Moderatorin Meiken Endruweit, die mit ihren Kindern das Buch Mein Herz hüpft und lacht gelesen hat. Das Buch über Mobbing, Tod und der Wegzug der besten Freundin hat sie mehr runtergezogen als ihre davon schwer begeisterten Kinder. Das im Original schwedische Buch von Autorin Rose Lagercrantz und Illustratorin Eva Eriksson ist auf Deutsch in einer Übersetzung von Angelika Kutsch beim Moritz Verlag erhältlich.

Wir kamen an dem Abend immer wieder darauf, dass Kinderbücher aus anderen Ländern ihren kleinen Leserinnen und Lesern offensichtlich etwas mehr zutrauen…

Konservative Weltbilder – nicht nur bei Verlagen

Julia Reuter stellte uns unter anderem das Buch Nur drei Worte (Carlsen) der US-amerikanischen Autorin Becky Albertalli, übersetzt von Ingo Herzke vor. Es ist eine Liebesgeschichte, in der zwei Jungs ihre Zuneigung zueinander entdecken. Das Buch war dezidiert nicht nur für homosexuelle Leserinnen und Leser geplant und sei auch nicht so erzählt. Die Rezensionen waren sehr positiv, aber der Verlag habe aus vielen Buchhandlungen (vor allem jenseits der großen Städte) die Rückmeldung erhalten, es sei (noch) zu schwierig eine Leserschaft dafür zu finden. Interessanterweise war das Buch in den USA und im UK auch bei den Leserinnen und Lesern sehr erfolgreich.

Nichtsdestotrotz gibt es sie natürlich: die Kinder- und Jugendbücher, die sich differenziert mit sexueller Identität jenseits der Heteronormativität auseinandersetzen. Als ein weiteres positives Beispiel stellte eine BücherFrau aus dem Publikum Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums (Thienemann) von Benjamin Alire Sáenz (Autor) und Brigitte Jakobeit (Übersetzerin) vor. Das Buch wurde für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2015 nominiert und der Verlag hat auch das nächste Buch des Autors gekauft.

OK, es gibt sie also, ein paar Beispiele. Aber eine kritische Masse ist damit sicher noch nicht erreicht und was die Sichtbarkeit angeht, ist auch noch Luft nach oben. Und so wurde aus dem Publikum der Wunsch danach geäußert, dass Verlage – gerade die solventen –Freiräume für solche Bücher schaffen sollten, die noch ungewöhnlich erscheinen im aktuellen Markt. Das gelte auch insbesondere für deutschsprachige Originale, die es immer noch sehr schwer hätten. Risikoaversion kann eben auch dazu führen, dass erstmal gekauft wird, was bereits im Ausland erfolgreich war. In diesem Zusammenhang erging dann einerseits der Ruf nach Treue der Verlage gegenüber den Autor_innen – eben gerade bei noch nicht massenhaft abgenommenen Themen – und andererseits der Ruf nach Verlagstreue der Autor_innen, damit der Verlag, der sie aufgebaut hat, nicht nur das Risiko trägt sondern auch an späteren Erfolgen teilhaben kann. Es hängt halt alles miteinander zusammen – und mit einer Strategie, die allein auf kurzfristige Erfolgsoptimierung ausgelegt ist, kommen wir nicht weiter – zumindest nicht wenn wir mehr als weichgespülten Mainstream lesen wollen.

Lesen Mädchen und Jungs unterschiedlich?

Die Antwort auf die Frage hat uns natürlich auch beschäftigt. Vor allem auch die Frage, wie findet man das heraus? Und welche Rolle spielt das zum Teil grottig-gruselige Coverdesign?

Hier nochmal ein kleiner Einschub von mir: In diesem Jahr wurde zum ersten Mal der „Goldene Zaunpfahl“ für das besch…eidenste Gendermarketing verliehen. Nominieren konnte übrigens jede_r durch das Einsenden von Fotos mit Potentialträgern. Ein Blick auf einige der Nominierten lohnt sich, wenn man einen starken Magen hat: link zu einem Spiegel Artikel. Der Preis ging an Klett mit seinen blödsinnig gestalteten Büchern Geschichten zum Lesenlernen – „ für Mädchen“ grüßen Prinzessin und Pony in pink und „für Jungs“ Polizist und Pirat in blau… Das PONS Buch „Rechenübungen für Mädchen“ (von 2010, wenn ich das richtig sehe) wurde übrigens aus dem Sortiment genommen… Und hier noch ein lesenswerter Artikel über Gendermarketing von der Politikwissenschaftlerin, Journalistin und Publizistin Antje Schrupp: link.

Zurück zu den Kinderbüchern. Dass Verlage ihre Cover je nach der antizipierten Zielgruppe gestalten ist kein Geheimnis. Ich kenne vor allem Autorinnen, die sich dagegen wehren, z.B. die Autorin Zoë Beck. Der Rechtfertigungsversuch, dass es darum gehe, Kinder zum Lesen zu bewegen, beispielsweise durch die Reihe „Sternenschweif“ mit Einhörnern für Mädchen und „Sternenritter“ für Jungs bei Carlsen, das ließ das Publikum eher verhalten und skeptisch zurück. Das Henne Ei Problem?

Aus der Buchhandlung berichtete Mariela Nagle, dass sie schon Unterschiede in der Art des Lesens beobachte. Jungs hätten beispielsweise gerne mehr Bilder – und es kämen einfach mehr Mädchen in ihre Buchhandlung, obwohl sie sich Mühe gibt, auch Jungs anzusprechen. Ab 12 Jahren werde das noch extremer. Des Weiteren habe sie beobachtet, dass viele Mädchen auch Drachengeschichten toll fänden, während Jungs wählerischer bei traditionell weiblich besetzten Figuren und Themen seien. Also noch ein Grund, die Traditionen mal kräftig durchzuschütteln und zu erneuern.

Einen Nachtrag möchte ich noch einfügen, es geht um ein Interview mit der Autorin Christine Nöstlinger, die ich als Kind unheimlich gerne gelesen habe. Das Interview habe ich erst nach der Veranstaltung entdeckt und eine Passage fand ich besonders bemerkenswert, denn so etwas gibt es auch: Sie erzählt von einem Jungen, der in der Bibliothek immer „ein Abenteuerbuch für sich und ein Mädchenbuch für die Schwester“ verlangt hat. Als eines Tages die Mutter kommt, weil der Junge krank zu Hause liegt, und die Mutter nur ein Abenteuerbuch abholt, fragt die aufmerksame Bibliothekarin nach, ob sie denn kein Buch für die Schwester mitnehmen wolle. So kommt heraus, dass der Junge gar keine Schwester hatte (link zum – auch sonst sehr interessanten – Interview).

In vielen Diskussionen geht es um die limitierten Weltbilder und Rollenmodelle für Mädchen und Frauen. Das ist ja auch Mist. Aber Ist es nicht auch unglaublich traurig, dass unsere Kultur so, wie sie aktuell noch ist, kleine Jungs dazu bringt, zu lügen, weil sie sich nicht trauen zuzugeben, dass sie etwas lesen möchten, dass nicht den Erwartungen entspricht?!

Tut sich was am Mädchenbild?

Ja, das schon, war zumindest unser gemeinsames Empfinden; viele bewegen sich weg von der wehrlosen Prinzessin, die auf ihre Rettung wartet. Ein schönes Beispiel hatte uns Mariela Nagle mitgebracht: das Buch The Princess and the Pony (Arthur A. Levine Books) der kanadischen Autorin und Illustratorin Kate Beaton. Das klingt vom Titel eher noch nicht so progressiv. Allerdings entsprechen die Figuren – inklusives des Ponys – nicht den üblichen Erwartungen, weder in Form, Farbe noch ihrem Verhalten. Auch hier sei wieder ein schönes Buch entstanden, dass alternative Bilder schafft ohne den pädagogischen Zeigefinger rauszuholen und ohne die ‚unüblichen‘ Figuren zu exotisieren. Das Buch stammt übrigens aus Kanada.

If I may, hier noch ein Tipp von mir: „A mighty girl“ (link), eine ganz Website voller Spielsachen und Bücher, die eben keine Genderstereotype bedienen, oder in ihren Worten: „The world’s largest collection of books, toys and movies for smart, confident, and courageous girls.“ Leider bisher nur mit Ergebnissen auf Englisch und Spanisch – weiß jemand von einem deutschen Äquivalent?

Neue Formate und Illustrationen

Neben mutigen Themen und mutigen Charakteren haben wir uns auch mit mutigen Formen beschäftigt. Den Anfang machten Apps zur Lesebegleitung, die entwickelt wurden, um die Kinder, die sonst nur „am Smartphone hängen“ auch zum Lesen von Geschichten zu animieren. Einige ermöglichen sogar eine Beeinflussung der Geschichten, der Interaktivitätsgrad variierte bei den Beispielen. Da merkte man sehr deutlich das Unbehagen im Publikum. Man muss ja nicht alles gleich super finden, aber sich vielleicht wenigstens mal damit auseinandersetzen?! Vielleicht ist diese herablassende Haltung gegenüber Neuem auch ein Problem…

Beliebter waren hingegen die vier folgenden Bücher, die Frau Nagle mitgebracht hatte. Da war zunächst Arti Show von der Französin Claire Dé (Les Grandes Personnes). Die Kinder in der Buchhandlung reagieren neugierig auf das Buch, sie finden die Formen, Farben und das Ausklappen spannend. Jedoch wird das Buch meistens als Kunstbuch gesehen und gekauft und Kindern eher vorenthalten. Auch Der große Buchstabenraub von Thomas Riegler und Christian Sova (kunstanstifter verlag) weckt bei Frau Nagles kleinen Kund_innen Neugier und Faszination. Sie entdecken gerne die geistreichen Zeichnungen zwischen den vielen schön gestalteten Buchstaben. Das Buch hat es auch auf die Shortlist der schönsten Bücher Deutschlands 2016 der Stiftung Buchkunst geschafft.

Dann stellte uns Frau Nagle ein Buch vor, für das es kaum eine Kategorie gibt, was die Sache sicher spannend macht, die Einordnung in vielen Buchläden nicht selten erschwert. Der Verlag nennt es einen „Roman in Listen“: Dass ich bin ist genauso verrückt wie die Tatsache, dass Du Du bist (Beltz) von Todd Hasak-Lowy, aus dem Englischen von Karsten Singelmann übersetzt.

Und zu guter Letzt bekamen wir ein wunderbares Projekt eines kleinen argentinischen Verlags zu sehen: ein Buch über Bäume und die Umwelt, das am Ende in die Erde eingepflanzt wird, um einen neuen Baum zu entstehen zu lassen (das Buch ist komplett biologisch abbaubar). Von der Haptik, der Thematisierung wie Bücher entstehen bis zur „Endverwertung“ wirklich ungewöhnlich und besonders! Es wird in der Schule unterrichtsbegleitend genutzt – bis hin zur Pflanzaktion. Wenn ich mich recht erinnere, war es Tree Book Tree (Pequeño Editor), ein Buchprojekt des Verlags, illustriert von Anne Decis und Gusti (link).

Versuch eines Fazits

Es war ein wirklich spannender Abend mit unglaublich vielen Einblicken in die Vielfalt, die es bereits gibt, aber auch die Wege, die es noch zu beschreiten gilt.

Mir fällt gerade ein, dass ich noch hätte fragen können, ob sich da an der selfpublishing ‚Front‘ etwas tut. Ich habe damit bisher vor allem Romane und Sachbücher verbunden, aber vielleicht gibt es da auch eine Kindersparte? Sachdienliche Hinweise werden gerne entgegengenommen!

In den letzten 10 Jahren hat sich immerhin auch in Deutschland schon einiges getan und die Kinder- und Jugendbuchlandschaft ist bunter geworden. Wenn man aber sieht, was in skandinavischen Ländern, in den Niederlanden und den USA möglich ist, dann wird klar, dass es auch hier noch sehr viel vielfältiger zugehen könnte.

Wie der Abend gezeigt hat, gibt es auch bereits viele besondere Kinder- und Jugendbücher – aber zum Teil sind sie schwer zu finden. Noch ist es beispielsweise so, dass die Buchpräsentation im Mainstream-Buchhandel für größere Verlage einfacher ist. Der Handel kann aber maßgeblich dazu beitragen, was sichtbar ist. Die mundo azul Buchhandlung ist jedenfalls gut gefüllt mit deutschen und internationalen Kinderbüchern, die jenseits von Rollenklischees und anderen Stereotypen funktionieren und begeistern.

Schön war auf jeden Fall, Verlags- und Buchhandelsperspektiven der Gäste mit denen aus dem Publikum und der Moderation zusammenzubringen – Illustratorinnen, Kinderbuchlektorinnen, Autorinnen und Mütter – und auch einen Blick in die Kinderbuchkulturen anderer Länder zu werfen.

Ein Aufruf wiederholte sich immer wieder: wir sollten Kindern mehr zutrauen – das lohnt sich in vielen Lebenslagen.

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