Zeit zum Feiern und Pläneschmieden

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Zeit zum Feiern und Pläneschmieden

„Time does not pass faster than before, but we pass her by with more haste.“
George Orwell

Guilty as charged… Der Dezember ist aber auch immer wieder eine ganz besondere Herausforderung. Gestärkt durch einen traumhaften Urlaub in wärmeren und sonnigeren Gefilden als dem novemberlichen Berlin stürzte ich mich in einen turbulenten und arbeitsreichen Dezember. Der Endspurt für die Programmlaufzeit ‚meines‘ Förderprogramms stand auf dem Programm, aber auch eine Reihe ehrenamtlicher und freiberuflicher Projekte.

Besonders gefreut habe ich mich über den Launch eines neuen Blogs, den meine Freundin und Kollegin Sabine Blackmore und ich ins Leben gerufen haben: Litdocs (link). Am ersten Advent hat er das Licht der Welt erblickt und so gibt es nun jeden Donnerstag ausführliche Rezensionen oder Insta-Reviews (Kurzrezensionen auf Instagram), die das Beste aus Wissenschaft und Feuilleton miteinander vereinen. Wir wollen uns vor allem auf britische Romane stürzen, die noch nicht auf Deutsch veröffentlicht wurden, aber da wir uns für so viele Bücher und Kulturen interessieren, verweigern wir uns irgendwelchen Sprach- oder Genre-Einschränkungen. Die ersten Reaktionen waren erfreulicherweise sehr positiv und unser Publikum ist seit dem ersten Advent weiter gewachsen! Mehr über uns und unsere Texte gibt’s auf Litdocs.de und auf Facebook und Twitter.

Neben dem Launch gab es aber auch noch mehr Gründe zu feiern. Nach langer Verletzungspause kann ich ab 2016 hoffentlich endlich wieder Volleyball spielen – und habe mich bei der Weihnachtsfeier vorsorglich schon mal zurückgemeldet. Auch bei den Berliner BücherFrauen wurde geschlemmt und gefeiert! Ich freue mich sehr, dass ich dieses wunderbare Netzwerk Anfang des Jahres entdeckt habe und mich auch gleich einbringen konnte. Und besonders schön ist es natürlich, wenn das Engagement so gewertschätzt wird, wie es hier der Fall ist. Einen herzlichen Dank dafür.

Dann gab es im Dezember auch ein paar musikalische Highlights. Mein Chor hatte einen kleinen weihnachtlichen Auftritt (mit senegalesischem Regengesang und altenglischem Kanon), ich konnte mein Klavier mal wieder reaktivieren und dann war da noch der tolle Auftritt von Ines Weber (Saxophon) und Bern Gesell (Kontrabass) bei einer Veranstaltung, die ich an der HU mitorganisiert habe und nach der ich selbst auch mal Kontrabass spielen durfte! Und am Samstag ging dann noch einer meiner Weihnachtswünsche in Erfüllung: Wir haben noch Restkarten für „Grimm“ (von den wunderbaren Zaufke & Lund) in der Neuköllner Oper ergattert. Die Vorstellungen waren schon lange ausverkauft und ich war noch nie so glücklich über winterliche Krankheitswellen oder die Berliner Sprunghaftigkeit bei der Abendgestaltung. Die begnadeten Darstellerinnen und Darsteller sorgten mit der gut gelaunten Band für ein Feuerwerk aus Wortwitz, Ohrwürmern und beeindruckenden Tanzeinlagen. Ich habe zwar nicht verstanden, warum der Wolf unbedingt ins Dorf sollte und nicht einfach Rotkäppchen in den Wald gezogen ist, aber ich habe gelernt: „Wenn man erst mal mit jemandem gesprochen hat, fällt es schwerer, ihn zu fressen.“

Inmitten des ganzen Trubels habe ich mich sehr gefreut, zumindest ein wenig (Vor)Weihnachtsstimmung einzusaugen und zu genießen. Ganz unverhofft stolperte ich eines Morgens in der S-Bahn über einen Vater, der seinen Kindern das Gedicht „Die Weihnachtsmaus“ vorlas. So schön das mal wieder zu hören! Wir haben es damals in der Grundschule auswendig gelernt und es ist erstaunlich viel hängen geblieben. Besonders schön war aber auch das Buch, aus dem vorgelesen wurde. Wir hatten damals nur diese Matrizen (die hießen doch so, oder?)… Hmmmm, schon habe ich wieder den ‚Duft‘ in der Nase…

Und schließlich war da noch die aufrüttelnde Predigt von Pfarrerin Misselwitz, die auch schon in der Bürgerrechtsbewegung der ehemaligen DDR sehr aktiv war. Ich mag ihre Predigten besonders gerne, weil sie immer politisch sind und danach fragen, was Christ sein im Alltag bedeutet oder bedeuten kann (und manchmal auch, was nicht). Die Erinnerung an das viele Gute, das die zahlreichen Freiwilligen in ihrer Solidarität und Nächstenliebe bewirkt haben, tat einfach mal gut, in einer Zeit, in der eher anders gelagerte Meldungen die Nachrichten dominieren. Und für diejenigen, die ihren ‚christlichen Glauben‘ und eine diffuse Angst vor ‚Überfremdung‘ ins Feld führen, um Menschen in Not Hilfe und ein menschenwürdiges Miteinander zu verweigern, hatte Frau Misselwitz in ihrer Weihnachtsandacht klare Worte parat.

Nun ist Weihnachten gefühlt schon wieder eine Woche her und 2016 lunzt um die Ecke. Die Zeit bis dahin nutze ich noch zum Vernichten der Schokoladenvorräte und zum Kräftesammeln für die Projekte im neuen Jahr. Da wäre zum Beispiel die Gestaltung und ‚Befüllung‘ eines neuen Portals über die literarischen Felder in Großbritannien, Deutschland und Frankreich (darüber dann in Kürze mehr an dieser Stelle). Es werden auch neue (frei)berufliche Herausforderungen auf mich zukommen. Nicht zuletzt möchte ich mein Ehrenamt bei den BücherFrauen ausbauen! And last, but not least schweben mir auch ein paar musikalische Projekte vor – nicht zuletzt, weil ich mir Ende dieses Jahres noch einen Traum erfüllt und ein Schlagzeug erstanden habe! Ich glaube, 2016 wird ein lautes Jahr…

Nun denn, ich wünsche allen noch ein paar frohe Feiertage, eine besinnliche Zeit zwischen den Jahren und einen guten Start in ein gesundes, friedliches und glückliches 2016! Auf bald, Sandra

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