Good times for book lovers

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Im schönsten Herbstwetter verschlinge ich gerade „All the Lights We Cannot See“ von Anthony Doerr, baue Ikea-Küchen auf, kümmere mich mit drei anderen ehrenamtlichen Heldinnen um das Matching für das BücherFrauen Mentoring und freue mich auf die bevorstehende Frankfurter Buchmesse.

Bevor die neue Woche anbricht, hier noch schnell ein paar Eindrücke von der vergangenen.

Mit dabei: ein BücherFrauen Abend rund um das Thema Deutsche Sprache, moderiert von Meiken Endruweit. Heike Weise, Professorin am Institut für Germanistik in Potsdam, gab eine wunderbar differenzierte Antwort auf die Einstiegsfrage „Was ist richtiges Deutsch?“ und kitzelte vor allem das Politische hinter solchen Aussagen hervor. Besonders nett waren auch ihre Zitate von Goethe und Schiller in Situationen, in denen sich Menschen über Steigerungsformen echauffieren. Neben der Einordnung von Begriffen wie „Hochsdeutsch“ in ihren historischen Kontext (Sprachvariante des Bildungsbürgerstums, schon damals zur sozialen Distanzierung benutzt), wies Frau Weise wiederholt auf Exklusionsmechanismen hin, die mal offensichtlich, mal eher subtil daherkommen. Chancengleichheit und gerechte Teilhabe an Bildung, Jobs & Gesellschaft sind für sie eine Illusion. Abweichungen von der Standardsprache werden als Fehler gesehen und nicht als interessante Varianten – Sprachvariationen mit eigenen grammatikalischen Regeln, die in Räumen der Mehrsprachigkeit entstehen, werden mitsamt ihrer Sprecherinnen und Sprecher als minderwertig gebranntmarkt. Während der Einfluss der Hugenotten auf die deutsche Sprache(n) – nachträglich? – positiv bewertet wird, ist das beim sogenannten „Kiezdeutsch“, um das es an dem Abend auch ging, jedenfalls noch nicht der Fall. Mit der Aufforderung „Lassen Sie mal ’n Tag lang ein Aufnahmegerät laufen“ versuchte sie uns klarzumachen, dass wir alle nicht permanent das Standarddeutsch benutzen – und uns situativ für verschiedene Register und Sprachvarianten entscheiden. Diese Fähigkeit zeigten auch die Kreuzberger Schülerinnen und Schüler, die bemerkenswert zwischen den Sprachvarianten beim smsen mit Freunden und einem Polizeibericht differenzieren können – auch wenn es vielen bisher nicht zugetraut wird. Ein Abend, der definitiv zum Nachdenken und Experimentieren animiert hat!

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Am Donnerstag war ich dann zum ersten Mal bei Pub’n’Pub im Club der Polnischen Versager in Berlin Mitte. Maria aus Barcelona stellte „Book Machine“ vor, eine Art Netzwerktreffen und Plattform à la linkedin für Verlagsmenschen (link zur Website). An dem Abend waren viele internationale Gäste mit von der Partie, weil die „Frankfurt Bookfair Fellows“ zu Besuch in Berlin waren. So konnte man sich entspannt mit begeisterten Buch-Menschen aus Italien, Georgien, den Niederlanden, Venezuela, China und noch vielen anderen Ländern austauschen. Ich hatte zumindest inspirierende Gespräche und werde einige der Besucherinnen vielleicht auf der Buchmesse wiedersehen. Mehr Infos zu Pub’n’Pub gibt hier (link) – und hübschere Fotos als meine verwackelten Schnappschüsse hier (link).

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So, und nächste Woche geht es schon nach Frankfurt! Mein Programm steht, das Ticket ist gebucht, Kamera, Handy und iPad sind aufgeladen (ok, ich sehe ein, das war vielleicht ein wenig zu früh, aber mich hat heute einfach die Vorfreude gepackt). Ich bin auf der Buchmesse wieder als Messereporterin für die Jungen Verlagsmenschen unterwegs. Vielleicht sieht man sich ja dort?!

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