25 Jahre Bücherfrauen – viel erreicht und noch viel zu tun!

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Seit einem Vierteljahrhundert netzwerken die BücherFrauen bereits in Deutschland und engagieren sich politisch für die Interessen von Frauen im Buchmarkt. So viel wurde schon erreicht. Noch so viel ist zu tun. Am Mittwoch, den 9.9.2015 versammelten sich viele BücherFrauen im LCB am Wannsee um einen Blick auf das bisher Erreichte und aktuelle Herausforderungen zu werfen – und natürlich um zu feiern! Der Abend startete mit einem wunderschönen Sonnenuntergang bei einem Glas Sekt und entließ mich höchst inspiriert und voller neuer Ideen in die Nacht.

Sabine Daniel von der Senatsverwaltung Arbeit Integration und Frauen würdigte insbesondere die politische Arbeit der BücherFrauen und sprach Themen wie Prekarisierung der Arbeit, Quoten und Entgeltgleichheit an. Kulturelle Widerstände könnten eben nur mit Hilfe von innen überwunden werden. Gleichzeitig sagte sie auch weiterhin Unterstützung durch ihre Senatsverwaltung zu.

Nina George hielt die erfrischende und pointierte Festrede. Sie wurde unter dem Titel „Schlau ist nicht das neue Schlitz im Kleid“ am 10.9.2015 im Börsenblatt veröffentlicht und ist sehr zu empfehlen (link zum Artikel).

In ihrer Rede kam Nina George immer wieder auf unausgewogene Geschlechterverhältnisse und Ungerechtigkeiten zu sprechen, die nach wie vor das literarische Feld in Deutschland prägen. Während mehrheitliche Frauen an der Produktion der Literatur und der materiellen Bücher beteiligt sind, sind viele Leitungsstellen und Positionen, an denen Bewertung stattfindet, männlich dominiert. „Frauen machen die Arbeit, Männer bewerten sie,“ fasste Nina George zusammen. Und bei gruseligen Zitaten aus alten Börsenblatttexten und einem Marcel Reich-Ranicki-Klassiker blieb einem das Lachen im Halse stecken.

Die Rede war aber vor allem ein Aufruf zu mehr Mut, die eigene Position und die Positionen von Frauen im Buchmarkt ins rechte Licht zu rücken. „Ja, die Branche ist zwar weiblich. Frauen machen Bücher – aber haben weniger Macht, weniger Geld, und weniger Geltung.“ Das muss sich noch ändern – und dafür waren wir an dem Abend ja genau am richtigen Ort. Leistung sichtbar zu machen sei ein Schritt auf dem Weg zur Veränderung des Machtgefälles. Nina Georges Vorschlag, 2018 zum Jahr der schreibenden Frau zu machen, fand bei vielen Anklang und wurde auch später am Abend noch mehrfach weiterdiskutiert.

Nach den inspirierenden Worten folgten ein Rückblick auf die letzten 25 Jahre und die Würdigung vieler verdienter BücherFrauen (das ist wohl demnächst auch auf den BF Website nachzulesen). Für die musikalische Unterhaltung sorgten die Hinking Sinking Ladies aus Berlin, Seefrauen mit Schifferklavier und dreckiger Lache, die ansteckend gute Stimmung verbreiteten. Und für das leibliche Wohl sorgte eine multitalentierte BücherFrau, nämlich Maria Herrlich.

An dieser Stelle auch nochmal herzlichen Dank an das Jubiläumsorganisationsteam: Britta Jürgs, Diana Grupp, Kerstin Salvador, Sabine vom Bruch, Yvonne de Andrés und Carola Köhler!

In diesem Rahmen netzwerkte es sich wieder wunderbar! Meine Mitstreiterinnen und ich konnten auch noch einige Fragen zum Mentoring beantworten und nicht nur mit potentiellen Mentees sondern auch Mentorinnen Kontakte knüpfen. So waren dann am Freitag zur Deadline auch eine ganze Reihe an Bewerbungen eingetrudelt, die es jetzt zu sichten gilt. Erfahrene (Bücher)Frauen, die Interesse haben als Mentorin ihr Wissen weitergeben möchten, können sich gerne jederzeit unter mentoring-berlin@buecherfrauen.de bei uns melden.

Die nächsten BF-Termine stehen auch schon fest: Im Oktober dreht sich der öffentliche BücherFrauen-Abend um die deutsche Sprache (7.10., 20:00 Uhr im Literaturhaus in der Fasanenstraße) und im November wird die Frage „Wozu (noch) Verlage?“ diskutiert (11.11., selbe Zeit, selber Ort). Am 21. September treffen sich die Berliner BücherFrauen um ihr Programm für 2016 zu planen und das offizielle Jahrestreffen aller deutscher BF findet im November in Schwäbisch Hall statt. Ich bin schon sehr gespannt, was Spannendes für die Zukunft geplant wird und werde mich zum ersten Mal selbst darum bewerben, eine BF-Veranstaltung organisieren und moderieren zu dürfen. Aber mehr dazu, wenn es so weit ist.

Und daher schließe ich mit den besten Wünschen für noch viele weitere Jahre: Happy Birthday, BücherFrauen!

… and many more

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