IndieBookDay 2015

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buchlokal (1)

Pankower Indie Book Shop „Buchlokal“

Am 21. März 2015 wurde zum dritten Mal der Indiebookday (link http://www.indiebookday.de/) begangen! 2013 vom Hamburger Meirisch Verlag ins Leben gerufen, sind laut dem Verlag seit 2014 auch niederländische, britische, italienische und portugiesische Bücherfans dabei.

Am Indiebookday sind alle Liebhaber und Liebhaberinnen der vielfältigen Literaturlandschaft dazu aufgerufen, ein Buch eines unabhängigen Verlags zu kaufen und dann darüber zu berichten, beispielsweise indem sie ein Foto auf facebook oder twitter posten.

Ich finde diese Idee wirklich charmant. Um ehrlich zu sein, habe ich in der Vergangenheit beim Bücherkaufen oft nicht allzu sehr auf den Verlag geachtet – außer vielleicht wenn ich beim Stöbern einen wiedererkannt habe, der mir schon mal mit einem Buch große Freude gemacht hat. Das hat sich seit meinem ersten Indiebookday schon verändert. Und nicht zuletzt am Indiebookday selbst (und drumherum) schaue ich dann schon nochmal genauer hin und habe so bereits ganz tolle Bücher und Verlage entdeckt, die mir sonst vielleicht entgangen wären. Außerdem finde ich es sehr sympathisch, wenn mir so viele fröhliche Menschen und Buchcover auf twitter entgegenstrahlen.

Hinzu kommt noch, dass sich auch die Buchläden (noch mehr) Mühe geben (als sonst) und viele zum Indiebookday schöne kleine Schätze ausgraben und Aktionsstände aufbauen, die einem die Suche ein wenig erleichtern – die Qual der Wahl allerdings nicht.

dussmann

Indiebookday Tisch bei Dussmann

Mein Indiebookday 2015 fing mit einer traurigen Entdeckung an: meine Buchhandlung aus Kinder- und Jugendtagen, Kunkel am Dom in Wetzlar, gibt es nicht mehr. OK, sie hatte schon vor einiger Zeit schließen müssen, da sich keine Nachfolgerin und kein Nachfolger für Frau Kunkel fand. Das hatte ich noch nicht bemerkt, weil ich einfach nicht mehr so oft in Hessen bin. Aber traurig war ich trotzdem.

So bin ich dann nach meiner Rückkehr nach Berlin im Buchlokal (link) in Pankow eingekehrt und konnte mich dort ein bisschen austoben. Dieses Mal habe ich mich auf kürzere Geschichten konzentriert, weil sich die Bretter zu Hause bereits unter vielen dickeren Wälzern biegen, die schon den ein oder anderen Tag auf meiner würde-ich-gerne-mal-lesen-Wunschliste stehen. Mein Fang des Tages:

abdolah - die krähe

Kader Abdolah: „Die Krähe“ (Arche), übersetzt von Christiane Kuby und Herbert Post

Kader Abdolah: „Die Krähe“ (Arche – ist das noch indie? ehrlich gesagt, das war mir dann auch egal, hab ja nicht nur ein Buch mitgenommen. Indiebookday gerettet…) aus dem Niederländischen von Christiane Kuby und Herbert Post übersetzt. Die Geschichte dreht sich um einen iranischen Flüchtling, der versucht, in den Niederlanden ein neues Leben aufzubauen, und seine „unerschütterliche Liebe zum Schreiben und zum Leben.“ (Klappentext) Scheinbar scheint auch eine Krähe eine wichtige Rolle zu spielen, die im Kastanienbaum vor Anne Franks Haus in Amsterdam sitzt und das Geschehen verfolgt. Besonders schön fand ich dann die Beschreibung der PR Agentur (link): „Die Krähe steht in der kurdischen Mythologie für die Erinnerung. In Kader Abdolahs Novelle beobachtet eine Krähe, wie ein persischer Flüchtling durch die Sprache seinen Platz in einer fremden Gesellschaft und als Schriftsteller zwischen den Kulturen findet.“ Neben den Beschreibungstexten, die mich neugierig gemacht haben, fand ich auch das Buch sehr hübsch gemacht. Es ist fest gebunden und in einem wunderschönen grün (Anspielung auf den Islam? Zu weit hergeholt?) mit vielen Kaffeebohnen darauf. So kommt man gleich mit zwei Dingen in Berührung, die im Leben des Protagonisten eine wichtige Rolle spielen: Kaffee und Bücher. Aber jetzt will ich das Buch erst mal lesen!

lies oder stirb

„Lies oder Stirb! Mörderisches aus dem Bücherdschungel“ (grafit Verlag)

Dann habe ich noch dieses hier mitgenommen: „Lies oder Stirb! Mörderisches aus dem Bücherdschungel“ (grafit Verlag) Kurzgeschichten von 15 kriminalgeschichtenerfahrenen Autor*innen. Ich muss gestehen, diese 15 waren mir bisher allesamt unbekannt, also bin ich mal gespannt. Vielleicht lese ich zuerst die Geschichte von Jan Zweyer, der angeblich in Bad Oeynhausen aufgewachsen ist, diesem Städtchen, durch das der gesamte A2-Verkehr zwischen Deutschland und den Niederlanden hindurch muss, weil da aus welchem Grund auch immer die Autobahn unterbrochen ist. Ich habe mich immer gefragt, wie sich das wohl auf die Bewohner*innen auswirkt – mal sehen, ob die Geschichte irgendeinen Hinweis geben kann…

cover frohmann 1000 tode

Christiane Frohmann (Hg.): „Tausend Tode Schreiben“ (Frohmann Verlag)

Und – last but not least – habe ich endlich habe ich Christiane Frohmanns „Tausend Tode Schreiben“ gekauft! Auf twitter war ich schon auf @FrauFrohmann und #1000Tode aufmerksam geworden, aber irgendwie hatte ich mich bis zum Indiebookday noch nicht dazu durchgerungen, das ebook zu kaufen. Dachte wohl irgendwie, das sei kompliziert. War es aber nicht. Und das Projekt klingt superspannend:

“Die Idee war und ist, in Form von tausend kurzen Texten tausend höchst subjektive Ansichten auf den Tod zu versammeln, damit diese zusammenwirkend einen transpersonalen Metatext über den Tod schreiben, aus dem wiederum ein plausibles Bild dessen entsteht, wie der Tod in der heutigen Gesellschaft wahrgenommen wird, welche Realität er hat, wie und was er ist.” (link zur website)

Das lese ich jetzt via Calibre auf dem PC – noch ein Grund mehr, mich weiter mit dem Programm auseinanderzusetzen. Damit experimentiere ich nämlich ohnehin gerade ein bisschen herum, um Artikel, die ich mal für die deutsch-englisch Zeitschrift „Hard Times“ geschrieben habe, ins epub-Format zu übertragen (irgendwie klappt das mit den Spalten aber noch nicht so, wie ich es haben will…).

Also danke nochmal für die Idee des Indiebookday – ich habe mal wieder viel Schönes entdeckt und mich gerne anstecken lassen von der Begeisterung, mit der so viele kreative Menschen immer noch wunderschöne Texte schreiben und zauberhafte Bücher gestalten, verlegen und verkaufen.

Links zum Thema

  • Link zur Seite des Indiebookday
  • Wibke Ladwigs Post zum Indiebookday 2015 (link), u.a. auch mit einem Verweis zum Versuch der Erklärung, was ein Indie-Verlag überhaupt ist – auch von der offiziellen Indiebookday Seite empfohlen     (link)
  • “Das Salz in der Suppe” Bericht vom Börsenblatt zum Indiebookday (link), der auch meinen Pankower Buchladen Buchlokal (link) erwähnt.
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